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25.02.2018 - DAY 2

Über Nacht fing mein Husten an mich zu nerven. Ich hatte Gott sei Dank vorgesorgt und von zu Hause etwas Aspirin Complex mitgenommen. Ich konnte mir so zumindest einbilden es würde helfen. Am Morgen war zwar auch der Husten immer noch da, aber ich fühlte mich trotzdem gut. Wir wollten ja heute die erste Wanderung des Urlaubs machen und ich musste mit meinen Kids mithalten. Da konnte ich irgendwelche Krankheitssymptome wie Schlappheit oder gar Fieber überhaupt nicht gebrauchen.
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Da wir naturgemäß früh wach waren, verließen wir auch unser Motel wieder sehr frühzeitig. Ohne Frühstück ging es wieder auf die Interstate und in Richtung Las Vegas. In Primm Valley überfuhren wir die Grenze zwischen Kalifornien und Nevada und gaben unserem Hungergefühl nach. Im Whiskey Pete´s Hotel und Kasino Komplex gibt es einen Ihop und der durfte uns nun mit seinem Frühstücksangebot verwöhnen. Habt ihr eigentlich eine Ahnung welches Gefühl es ist, den ersten Morgen in den USA zu weilen und sich ein ausgiebiges Frühstück zu gönnen. Ein Frühstück mit Eiern, Bratkartoffel, Speck, Würstchen und wenn man schon mal im Ihop ist, auch mit Pancakes. Dieses Gefühl ist einfach unbeschreiblich. Für dieses Gefühl alleine lohnt es sich schon den langen Flug in die USA angegangen zu sein. Müsste ich morgen wieder zurückfliegen, wäre ich trotzdem glücklich gewesen. Alleine wegen diesem Frühstück. Dieses Gefühl schafft danach kein Frühstück während des ganzen Urlaubs mehr. Dieser erste Morgen ist einfach unbeschreiblich.
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Abgefüllt verließen wir wieder Whiskey Pete´s Residenz. Wie ich jetzt mit diesem vollen Magen den Turtlehead Mountain besteigen sollte war mir schleierhaft. Ich versuchte das unvermeidliche noch etwas hinauszuzögern, denn schließlich mussten ja noch ein Supermarkt gefunden und der zum Wandern notwendige Proviant aufgefüllt werden. Auf dem Weg lag dann ein Walmart am Wegesrand. Langes Suchen war also nicht.
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So ein Walmart Supercenter ist in den meisten Fällen ein tolles Ding. Man kennt sich immer relativ schnell aus. Entweder man geht links oder rechts des Gebäudes zum Eingang rein. In diesem Falle eben links. Manche Walmarts sind dann halt spiegelverkehrt. Man geht also rein und in diesem Fall war die Abteilung Salat und Gemüse zusammen mit der Brotabteilung gleich auf der linken Seite. Wie eigentlich die komplette Essenfassen Abteilung links lag. Wir rafften alles was wir brauchten zusammen. Ausnahmsweise mussten wir einmal keine Kühlbox kaufen, denn die hatte ich noch vom letzten Urlaub einfach wieder mitgenommen. In der Mitte des Marktes gibt es dann Kleidung bis zum Abwinken, im hinteren Teil zumeist Elektrosachen. Auf der gegenüberliegenden Seite lagern dann die Camping-, Angler- und sonstige Ausrüstungen. Wer sich Waffen kaufen will, wäre dann hier genau richtig. Die gibt es hier nämlich auch. Während unseres Aufenthaltes in den USA hat übrigens Walmart verkündet, das Mindestalter für Waffenkäufe auf 21 Jahre anzuheben. Ach ja, durften doch tatsächlich 18-jährige bisher hier shoppen gehen. Kein Bier trinken dürfen, aber Waffen sind natürlich überhaupt kein Problem. Wobei macht ja Sinn, denn: "Don´t trink and shoot".
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In der Abteilung für Drogen, also Drugs, was so viel heißt wie Apotheke, besorgte ich mir dann noch etwas gegen meinen Husten. Ansonsten fühlte ich mich ja gar nicht so schlecht. Aber der Husten belastete mich dann doch ziemlich.
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Im Hintergrund seht ihr den Gipfel des Turtlehead Peak

Wir starteten gegen späteren Vormittag am Trailhead des Turtlehead Mountain. Es war Sonntag und der Red Rock Canyon NCA dementsprechend gut besucht. Mein Nationalparkpass vom letzten Frühjahr war noch gültig und wir dadurch relativ schnell am Kassenhäuschen vorbei. Aber die Schlangen vor den Toren des Parks zeigten schon, was hier heute noch abgehen würde. Las Vegas und Umgebung fuhr zur Naherholung rote Stein gucken. Warum auch nicht, schön ist es hier allemal. Wir wollten aber gar nicht einfach so den Park anschauen. Wir wollten am Sandstone Quarry Overlook parken und loslaufen.
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Wir hatten Glück und ergatterten noch einen der Parkplätze, zogen unsere Wanderschuhe an und starteten zur ersten Wanderung des Urlaubs. Meine Jungs scharrten wie Rennpferde kurz vor dem Start. Als die Startlampe anging liefen sie los und ich hinterher. Das sollte nun das Bild die nächsten 3 Wochen sein. Ich würde glatt behaupten, nicht ganz unfit zu sein, aber gegen meine Jungs ist kein Kraut gewachsen. Auf dem Weg in Richtung Gipfel hatten sie aber dann doch ab und zu ein Einsehen und warteten auf ihren Dad.
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Der Weg zum Turtlehead Mountain geht erst harmlos los. Auf schönem breitem Wanderweg geht es in Richtung Gipfel. Die Steigung bleibt zunächst locker erlaufbar. Nach ca. 10-15 min. geht es dann langsam in den Berg hinein und hört bis oben hin nicht mehr auf. Überraschenderweise lähmte mein Husten mich gar nicht so wie ich es erwartet hätte. Normalerweise hätte ich gedacht der Husten würde sich verstärken. Tat er aber nicht und meine Ausrede etwas langsamer unterwegs zu sein, zog nicht mehr so richtig.
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Blick zurück Richtung Sandstone Quarry

Der Gipfelblick entschädigt dann für alle Mühen. Man sieht Las Vegas vor einem liegen und hinter einem die Berge des Red Rock wie z.B. der La Madre Mountain. Natürlich ist man an einem Sonntag hier oben auch nicht alleine. Jeder der es bis hierher geschafft hatte, wusste was er geleistet hat. Dementsprechend zollte man jedem auch seinen Respekt.
 
Zwei etwas jüngere Mädchen bekamen meine Aufmerksamkeit. Nicht weil ich die beiden so attraktiv fand. Schließlich war ich ja viel zu alt für die beiden. Sie hatten am Gipfel noch genügend Kraft um diverse Selfies und Fotos in irgendwelchen Posen zu machen. Da wurden Füße in die Hand genommen und nah am Abgrund balanciert, das es eine wahre Wonne wahr.
 
Meine Jungs hatten dafür komischerweise gar keinen Blick. Sie genossen lieber die Aussicht auf die Spielerstadt.
Der Abstieg war dann um einiges leichter als der Aufstieg, obwohl auch so ein Abstieg nie unterschätzt werden darf. Das Abfangen seines kompletten Körpergewichtes führte dann doch zu einer gewissen Müdigkeit, als wir wieder nach ca. 3.5 h am Trailhead ankamen.
 
Mittlerweile fuhren die Autos bereits im Kreis um jeden Parkplatz, der sich von seinem Besetzer befreite.

Bild hat mit dem Text nichts zu tun. Blick während des Aufstieges auf die schneebedeckten

Berge im Hintergrund

Blick vom Gipfel des Turtlehead Mountain in Richtung Parkplatz

Der Rest des Tages ist dann schnell erzählt. Wir fuhren den Loop des Red Rock NCA zu Ende, ist ja schließlich ein One-way Loop und machten uns auf den Weg in Richtung St. George in Utah. Eines der dortigen zwei Best Western durfte uns beherbergen.
 
Der Clou in dieser Nacht, wir bekamen ein Zimmer mit 3 Queen Betten. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil wenn man ein ganzes Bett für sich alleine hat. Zum Abschluss des Tages noch ein ganz kleines Update zu meinem Husten. Vorhanden!  
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