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von Pumbas und Pumpen                        (30.08.2016)

Die Nacht in unserem B+B 8A Grahamstown ging wieder einmal viel zu schnell vorüber. Unsere Tage sind anstrengend, jetzt nicht physisch sondern eher mental. Die Eindrücke, die wir hier den ganzen Tag sammeln, müssen verarbeitet werden. Das wird auch heute wieder so sein. Heute geht es in den Addo Elephant National Park und wie der Name schon sagt, ist dieser Park für seine…..na….klar, Elefanten bekannt. Weniger bekannt ist vielleicht, dass es hier neben sehr vielen Elefanten auch sehr viele Wart Hogs, also Warzenschweine, oder auch Pumbas genannt, gibt. Das mit dem Namen Pumba muss ich wohl nicht erklären oder doch? OK! Im Disneyfilm „König der Löwen“ spielt auch ein Wart Hog mit, eben namens Pumba.

Um den heutigen Tag zu beschreiben, werden wohl keine Worte ausreichen. Auch die von uns sehr zahlreich geschossenen Fotos des heutigen Tages können die Live-Eindrücke nur unzureichend weitergeben. Es war einfach überragend, sensationell, tierisch, unglaublich, phänomenal, interessant, überraschend, eindrucksvoll, erhabend, lustig, angsteinflößend v.a. im Angesicht des Löwen mit Mähne. Insgesamt einfach ein Tag um in die Geschichtsbücher einzugehen. Natürlich nicht in die offiziellen, sondern nur in die unserer Familie, aber das ist ja auch schon was.

Der Addo ist ein Park mit einer Gesamtfläche von ca. 1.650 km². Das Saarland ist im Vergleich ca. 2.600 km² groß. Allerdings wird der Addo in naher Zukunft im Gegensatz zum Saarland noch wachsen. Der Addo wirbt mit den Big 7. Wer aufgepasst hat und den Reisebericht brav durchgelesen hat, der kennt zumindet die Big 5. Hinzu kommen hier, durch die Ausbreitung des Parkes bis zum indischen Ozean noch Hai und Waal. Das Thema mit den Big 7 oder Big 5 ist allerdings aus meiner Sicht nur ein Marketinggag. Wir haben uns darauf verständigt auf die Frage: „Habt ihr die Big 5 gesehen?“ zu antworten: „Wir haben die Big viele gesehen, uns fehlt eigentlich nur noch der Geopard.“

 

Wer jetzt kurz gestutzt hat, der darf sich Safarikenner schimpfen. Wer dagegen schon einmal einen Geoparden gesehen hat, der sollte sich diese Sichtung sofort patentieren lassen. Mehr sage ich dazu jetzt nicht, da müsst ihr schon selber draufkommen.

Koyoten sind eigentlich sehr selten am Tage vor die Flinte...äh Kamera zu bekommen

im Hintergrund ist die Dünenlandschaft der Küste zu sehen

warum muss ich hier unwillkürlich an Colonel Hathi denken?

dieser Elefant verteidigt sein Wasserloch vehement gegen die Zebras

ist er nicht süß der Kleine

ist eine gute Idee auf die Löwen aufzupassen.....

...aber was soll´s, echte Männer haben Mut :)) ......oder wissen einfach ganz genau, hier gibt es in der Umgebung gar keine Löwen

Der Addo beheimatet neben den erwähnten Elefanten auch Löwen und Leoparden. Einen Leoparden zu Gesicht zu bekommen ist extreme Glückssache. Die Tiere sind nachtaktiv und tagsüber irgendwo im Gebüsch oder auf Bäumen am Schlafen. Dazu müsste man schon eine geführte Tour nehmen und selbst dann ist es nicht zu hundert Prozent gesichert. Wir verzichten darauf, dafür haben wir heute den König der Löwen gesehen. Eine ebenso extrem unwahrscheinliche Sichtung. Ein Löwe schläft ca. 20 Stunden am Tag. Wir hatten heute aber Glück. Papa Löwe hielt verschlafen in der Nähe einer Straße Hof. Der einzige Grund ihn zu erblicken war, er hatte den Kopf oben und schaute verträumt und verschlafen in die Gegend.

 

Nachdem er genug geschaut hatte, stand er kurz auf um sich seine müden Glieder, von was eigentlich, zu strecken. Vielleicht wollte er uns auch nur kurz die Gelegenheit geben ihn zu filmen und lief 6 – 8 Schritte. Dann ließ er sich wieder fallen und war hinter hohem Gras verschwunden. Nur dieser kurze Augenblick vom Aufsehen übers Aufstehen bis zum wieder Hinlegen war für eine Sichtung gut. Danach war die Showtime zu Ende. Jedes andere Auto fuhr jetzt an dieser Stelle einfach vorbei ohne auch nur zu erahnen, dass im hohen Gras ein Löwe liegen könnte.

 

Es gehört, wie gesagt, auch ein wenig Glück dazu diese Tiere zu Gesicht zu bekommen. Ebenfalls gehört Glück dazu, einen Koyoten zu erblicken. Man fährt jetzt zwar sicher nicht nach Südafrika um Koyoten zu sehen, aber wenn man ihn sieht, dann freut man sich. Wir freuten uns heute.

Wie in allen anderen Parks hier, so ist auch im Addo das Aussteigen nur innerhalb dafür vorgesehen Parkplätzen erlaubt. Ansonsten heißt es, was immer geschieht, im Auto bleiben. Am Eingang zum Addo wurden wir mit drastischen Worten darauf hingewiesen und das nicht ohne Grund. Hier ist vor nicht allzu langer Zeit eine Touristin von einem Löwen aus dem Auto heraus geholt worden und an den Verletzungen gestorben. Die Autos selber werden von den Tieren nicht als Bedrohung verstanden, mit diesen Gefährten wachsen sie hier auf.

 

Gegen 5 ist dann für uns die „hunting season“ für heute vorbei und wir fahren zu unserem Übernachtungs-B&B in der Nähe von Addo. In dem B&B namens Umlambo haben wir für heute Nacht ingesamt 3 Zimmer gebucht. Das Umlambo befindet sich inmitten einer Zitronenplantage und wird von einer Tochter des Gutsbesitzers betrieben. Ihre Mutter ist übrigens gebürtige Garmischerin. Wir wunderten uns schon über das Herzlich Willkommen-Schild und die bayerische Fahne.

unser B+B Umlambo hatte für eine abendliche Wasserfahrt auch einige Kanu´s bereit stehen

Routenübersicht:
Routenübersicht:

Video zum Tagestitel: von Pumbas und Pumpen           (Viel Spaß)

„Down by the River“ erwarten uns 3 wunderschön angelegte Häuser mit Garten und Bootsanlegesteeg. Zu jeder Wohneinheit gehören zwei Kanus, die auch gleich von der Jugend ausprobiert werden. Das einzige Problem heute Abend: Wir wollten eigentlich südafrikanisch Essen gehen und haben deshalb den nächsten Großeinkauf auf den morgigen Tag verschoben. Hier draußen am River in der Zitronenplantage bist du aber mindestens 30 min. von allem, was nach Restaurant oder Supermarkt aussieht, entfernt. Zu spät, um sich nochmals anders zu entscheiden und zu spät, um in die nächstgelegene Stadt zu fahren und Proviant zu besorgen. So muss für heute Abend aus dem, was unsere Vorrätetasche und unsere Kühlbox hergibt, ein Abendessen gezaubert werden.

 

Dies funktioniert recht gut. Zwar haben wir nichts zum grillen dabei, aber es reicht für eine Instantsuppe für jeden, etwas Chakalaka-Sauce mit Toast und auch Frühstückscerealien mit Milch haben wir noch im Angebot. Und natürlich frische Zitronen im Mineralwasser und Orangen direkt von der Plantage! Zumindest hungrig muss niemand ins Bett gehen. Während des Essens überkommt mich die Müdigkeit oder war es ein Migräneanfall? Ich habe keine Ahnung. Ein unglaubliches Kopfweh brummt in meinem Schädel und ich muss mich ins Bett legen, um einigermassen Ruhe zu finden. Nach einem Powernap von 2 Stunden ist der Spuk vorbei. Mein Kopfweh ist Geschichte. Dummerweise haben wir jetzt halb 10. Die restliche Familie hat sich schon in ihre Betten verkrümmelt. Das sehr lustige Dog-Spiel hatte ich leider verpasst.

 

Ich surfe noch etwas im Internet und schlafe dann auch wieder ein. Wahrscheinlich werde ich heute Nacht von Elefanten und Löwen träumen.

 

Den Tagestitel könnte ich noch erklären. Was Pumbas sind wisst ihr ja bereits. Die meisten Tiere im Addo Park sind an den verschiedenen Wasserstellen zu beobachten. Heute hatten wir hier eine Versammlung von mehreren Elefantenherden erlebt. Ein beeindruckendes Erlebnis. Viele Wasserstellen im Addo sind aber nicht natürlichen Ursprungs. Die Parkbetreiber haben künstliche Seen oder kleine Wasserbecken angelegt und pumpen dort Wasser hinein. Wie kann es auch anders sein. Im Gegensatz zur wirklichen freien Natur haben die Tiere hier ja nicht die Möglichkeit bei Trockenheit und Wasserknappheit einfach weiterzuziehen und sich neue Wasserstellen zu suchen. Ein Zaun rund um das Areal hindert sie daran. Also muss man wenigstens für Wassernachschub auch bei Trockenheit sorgen. Deshalb von Pumbas und Pumpen. Beide gibt es im Addo zahlreich.

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